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WissenGender Pension Gap
Rente6 Min. Lesezeit

Der Gender Pension Gap: Warum Frauen 53% weniger Rente bekommen

Wenn Frauen ihre erste Renteninformation in der Post bekommen, ist der Schock oft groß. Die Zahlen sind erschreckend niedrig – und das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis mehrerer struktureller Benachteiligungen.

53%

Frauen erhalten im Schnitt 53% weniger gesetzliche Rente als Männer.
(Quelle: BMAS, 2023)

Was ist der Gender Pension Gap?

Der Gender Pension Gap beschreibt den Unterschied in den Rentenansprüchen zwischen Männern und Frauen. In Deutschland beträgt er aktuell rund 53% – das bedeutet: Wenn ein Mann im Durchschnitt 1.500 € Rente bekommt, erhält die Frau nur ca. 700 €.

Dieser Gap ist nicht auf einzelne Diskriminierungsvorfälle zurückzuführen, sondern auf ein System, das Care-Arbeit nicht angemessen berücksichtigt.

Die vier Hauptursachen

01

Elternzeit & Babypause

Die gesetzliche Rente basiert auf Entgeltpunkten. Wer nicht einzahlt, sammelt keine Punkte. Elterngeld-Phasen werden nur eingeschränkt angerechnet – und wer mehrere Kinder bekommt, zahlt viele Jahre weniger ein.

02

Teilzeitarbeit

68% aller Teilzeitbeschäftigten in Deutschland sind Frauen. Wer 30 statt 40 Stunden arbeitet, zahlt 25% weniger in die Rentenversicherung ein – und das über viele Jahre. Der Zinseszins-Effekt verstärkt dies enorm.

03

Gender Pay Gap

Frauen verdienen auch bei gleicher Tätigkeit und Qualifikation durchschnittlich 6% weniger. Der unbereinigte Gap beträgt sogar 18%. Weniger Gehalt = weniger Rentenpunkte.

04

Berufswahl & Branchenstrukturen

Pflegerin, Erzieherin, Sekretärin – typische Frauenberufe werden schlechter entlohnt als typische Männerberufe. Das liegt nicht an Leistung, sondern an historisch gewachsenen Lohnstrukturen.

Was kannst du konkret tun?

Rentenlücke berechnen: Kenne deine Zahlen. Nutze unseren Rentenlücken-Rechner.

Früh anfangen: Jedes Jahr früher investieren macht einen massiven Unterschied durch den Zinseszins.

ETF-Sparplan starten: Schon 100€ im Monat in einen breit gestreuten ETF können langfristig enorme Wirkung haben.

Elternzeit gemeinsam aufteilen: Wenn Partner 6+ Monate Elternzeit nehmen, gleicht das die Lücke etwas aus.

Verhandeln: Gehaltsverhandlungen zahlen sich direkt in Rentenpunkte aus.

Nicht auf Versorgungsausgleich verlassen: Eigene Rentenansprüche sind die sicherste Absicherung.

Das wichtigste Mindset

Der Gender Pension Gap ist kein persönliches Versagen. Er ist das Ergebnis eines Systems, das Care-Arbeit nicht angemessen bewertet. Aber innerhalb dieses Systems kannst du aktiv Weichen stellen – und das ist das Ziel dieser Website.

Quellen: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), Statistisches Bundesamt, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Zahlen Stand 2023/2024. Kein Ersatz für individuelle Finanzberatung.